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06.09.2010
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Die Katastrophe von Eschede 
wurde in 0,30 Sekunden erstellt und am 02.05.2009 um 00:20 aktualisiert

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Am 3. Juni 1998 ereignete sich das schwerste Zugunglück in der Geschichte des Hochgeschwindigkeitsverkehrs. In der Nähe der Ortschaft "Eschede" entgleiste der ICE 1 mit der Nummer 884 und dem Namen "Wilhelm Conrad Röntgen". Bei dem Unglück starben 101 Menschen - 88 wurden teils schwer verletzt. Mit rund 200 km/h brachte der ICE eine Brücke zum Einsturz, die einen Teil des ICE unter sich begrub. Die Katastrophe kam durch die Verkettung unglücklicher Umstände, sowie Versäumnisse bei der Wartung zu Stande.

Während der Fahrt brach ein Radreifen, der anschließend den Fußboden durchbohrte und zwischen zwei Sitzen in den Fahrgastraum trat. Offenbar aus Angst davor wegen Missbrauch bestraft zu werden, zog niemand die Notbremse - man informierte lediglich einen Zugbegleiter. Dieser wollte sich jedoch davon vergewissern und gerade am beschädigten Wagen angekommen passierte die Katastrophe.
Der Unglückszug Der gebrochene Radreifen schliff über den Gleiskörper und "sprengte" fatalerweise einen Radlenker aus einer Weiche, der in den Fahrgastraum schoss und durch die Wucht das zweite Drehgestell des ersten Wagens entgleiste. Dadurch verstellte ein Rad des Drehgestells die dritte Weiche, wodurch der ICE ab Wagen 2 mit voller Geschwindigkeit auf ein Nebengleis gezogen wurde. Allerdings rammte erst Wagen drei den Brückenpfeiler, der durch die Wucht zerbarst. Dabei trennte sich der Rest des Zuges vom führenden Triebkopf.
Der vierte Wagen überschlug sich und blieb anschließend in der Nähe der Strecke liegen. Wagen fünf wurde zerrissen und zusammen mit Wagen sechs von der Brücke begraben. Die übrigen Mittelwagen schoben sich im ziehharmonikaartig vor bzw. auf die Brücke. Zwar entgleiste der hintere Triebkopf ebenfalls, jedoch blieb dieser verhältnismäßig unbeschadet.

Der Zugführer bemerkte laut eigener Aussage nur einen Ruck und einen Leistungsabfall, wodurch eine Zwangsbremsung eingeleitet wurde. Erst durch einen Fahrdienstleiter des Escheder Bahnhofes, der den zuglosen Triebkopf durchfahren sah, erfuhr der Triebfahrzeugführer von dem Unfall "Du bist alleine vorbei gefahren. Du bist entgleist."
Glück im Unglück hatten jedoch die Passagiere des ICE 787 - wäre ihr Zug nicht eine Minute zu früh und der ICE 884 eine Minute zu spät gewesen - hätte die Katastrophe noch weitaus größere Ausmaße nehmen können, denn die ICEs wären sich in etwa auf Höhe der besagten Brücke begegnet.

Folgen
Die damals verwendeten gummigefederten Räder wurden wieder durch so genannte Monobloc-Räder (Vollstahlräder) ersetzt. Da die Feuerwehr enorme Probleme beim vordringen in den Fahrgastraum hatte, wurden alle ICEs mit mehr Fenstern mit Sollbruchstellen ausgestattet. Weiterhin wurde ein neues Warnsystem gegen Entgleisungen installiert und bei der Planung von neuen Strecken wird auf Weichen vor Brücken und Tunnel bewusst verzichtet.

Weitere Informationen auf Hochgeschwindkeitszuege.com und Wikipedia.de
Die Abbildung basiert auf dem Bild Ice_eschede_1.jpg von Benutzer Fretwurst auf commons.wikimedia.org. Es ist gemeinfrei.
© 2002 - 2010: Marc Schuelper - neubaustrecke.de - schuelper.com - schuelpi.de - Veröffentlicht unter einer Creative Commons Lizenz (by-nc-sa)